Touristenhochburg

Die Gegend an den Great Glens ist toll. Viele Menschen möchten, so wie ich mal da gewesen sein. Das ist beim Preis-Leistungsverhältnis von touristischen Angeboten zu merken. Nicht nur, das Unterkünfte mit einem Vorlauf von 3 bis 5 Tagen schwer zu kriegen sind, sie sind im Vergleich zum bisher erlebten auch teuer.

Das Zimmer in Dores ist für 75 Pfund recht einfach und vor allem ist es kalt. Auch am nächsten Morgen im Frühstücksraum ist es kalt. Die Wirtin ist zuversichtlich, das ihre hartnäckige Erkältung bald überwunden ist. 

In Fort Augustus im „Mooring“ werde ich abgefertigt, das es nur so quietscht. Die Unfreundlichkeit der Mitarbeiter fügen sich mit der Qualität und den überzogenen Preisen zu einem stimmigen Bild: Jeder Gast kommt genau einmal.

Die Unterkunft in Letterfinlay hat den versprochenen Seeblick und ist modern und schick eingerichtet. Leider verfügt das „Luxuszimmer“ über keinen Stuhl. Im Hotel nebenan erwirke ich mit einiger Überredungskunst einen Tisch zum Abendessen. Die Essensqualität ist sehr gut, der Service lausig.

Während ich das hier schreibe sitze ich hoch zufrieden in Fort William. Im einzigen Waschsalon weit und breit, war sofort eine Maschine frei und die freundlichen Mitarbeiterinnen beraten mich bei der Wahl der Programme.

Das Mittagessen (Fisch) im Crannog war exzellent und auch an meinem Hotel gibts nichts auszusetzen. 

General Wade’s Military Road und der Caledonian Canal

Von Dores geht es zunächst am Loch Ness entlang nach Foyers. Kurz vor Foyers beginnt der Anstieg. In Upper-Foyers wird es das erste mal richtig steil. Ein Jogger überholt mich breit grinsend, ich wünsche ihm einen schönen Tag. 

Am Ende des Steilstücks wartet der Pfad zu den Foyers-Falls. Während ich da stehe und überlege, kommt ein Rennradfahrer auf mich zu. Ich solle das unbedingt machen, das sei eine echte Attraktion und das Bild von den Falls begleite einen am Berg. Ich folge seinem Rat und steige zu den Fall ab. Auf dem Weg klärt mich eine Schautafel darüber auf, das die Falls früher mächtiger waren, inzwischen aber viel Wasser zur Stromerzeugung abgezweigt wird.

Foyers Falls

Nach den Falls geht es auf schmalen Straßen durch dichten Wald aufwärts. Die Steigung ist meist gut fahrbar, zwischendrin kommen aber auch immer mal wieder steile Stücke. Irgendwann lichtet sich der Wald und Wiesen, Felder und Moor prägen das Bild. Ohne Wald macht sich der Gegenwind deutlich bemerkbar. Irgendwann ist keine Landwirtschaft mehr zu finden und in der Ferne ist der Parkplatz für den Aussichtspunkt auszumachen. Die letzten Meter zum Parkplatz sind noch mal richtig steil. Am Straßenrand stehen ein paar Teilnehmer einer Busreise und applaudieren. Mein kleines Alp du Huez.

Nun geht es noch mal 10 Minuten zu Fuß weiter. Die Belohnung ist eine grandiose Aussicht auf umliegenden Berge und Seen. 

Blick vom Suidhe Viewpoint

Die Abfahrt nach Fort Williams ist rasant. Es gibt viele Warnschilder mit Hinweisen auf 12% Gefälle. Der Anstieg von Dores ist deutlich sanfter.

In Fort Augustus beeindruckt die Schleusenanlage mit der ein beträchtlicher Höhenunterschied überwunden wird. Ab der Schleusenanlage verläuft die Route absolut eben parallel zum Kanal. Schließlich geht es auf einer ehemaligen Eisenbahnstrecke am Loch Oich entlang.

Drehbrücke am Caledonian Canal