Auf in die Highlands

Nach einem eher trüben Tag in Inverness ist es heute strahlend schön. Heute geht es in die Highlands. Von der Brücke über den Firth of Beauly werfe ich noch mal einen Blick auf Inverness, und von ab, wird der Blick nach vorne und vor allem zur Seite gerichtet. Der Weg führt über zum Teil frisch asphaltierte Straßen eine Hügelkette hinauf. Zur rechten liegt jeweils das Meer. Bei schönem Wetter ergeben sich immer wieder tolle Ausblicke. Bei sonnigem Wetter und Rückenwind macht das Radeln auch besonders viel Spaß. Obwohl, ein paar Tropfen bekomme ich in den Hügeln zwischendurch ab, aber das macht nichts.

Wälder, Wiesen, Felder und Buchten

Nach einer langen und genussvollen Abfahrt erreiche ich Cromarty. Dort soll mich eine Fähre über den Firth of Cromarty nach Nigg bringen. Und wenn es läuft, dann läufts. Am Anleger ist ein hübsches kleines Café, ich komme mit netten Leuten ins Gespräch und irgendwann macht mich ein Gast aufmerksam: „Die Fähre ist da!“.

Blick von der Fähre nach Nigg

Die Überfahrt ist ein exklusives Vergnügen, denn ich bin der einzige Passagier auf der kleinen Fähre. Von Nigg aus geht es dann weiter nach Tain. Es geht immer über wenig befahrene Nebenstrecken und bis sich der Weg nach Osten wendet, habe ich Rücken- oder Seitenwind.

Die Strecke ist 68 km lang und es werden gut 600 Höhenmeter überwunden. Als ich in Tain eintreffe, denke ich, das hätte auch noch ein Stündchen länger sein dürfen. Als ich aus der Dusche komme, regnet es draußen. Die Highlands begrüßen mich freundlich und mit einem guten Timing.

Inverness ist voller Touristen

Meine Ankunft in Inverness gestaltet sich ungemütlich. Erst geht ein Regenschauer nieder, dann spukt eine Schule, kurz bevor ich an ihr vorbei muss, 500 Schüler aus, und dann geht’s im Feierabendverkehr über eine Hauptverkehrsstraße. Eines muss man der Autofahrernation Großbritannien lassen, die stehen diszipliniert ist Stau.

Irgendwann habe ich das alles hinter mir und es geht einen unglaublich steilen Weg nach unten. Verheißungsvoll tönt ein Saxophon in der Ferne. Als ich auf die Fußgängerzone von Inverness gelange, reißt die Sonne auf, ein Straßenmusikant spielt und von der Seite höre ich „Nein Inge, das kann ich nicht fotografieren, bei dem Licht.“ Die Stadt ist voller Touristen, und ein nicht unbeträchtlicher Teil davon sind nicht mehr ganz junge Deutsche in Outdoorkleidung. Hier kann ich mich unauffällig bewegen. Natürlich sehe ich als nächstes Asiaten mit Kamera und Rollkoffer, aber ohne Selfie-Stick. Das ganze hat Atmosphäre.


Die Sehenswürdigkeiten sind auf ein überschaubares Areal begrenzt. Herausragend ist für mich der viktorianische Markt. Der ist überdacht und neben echtenTraditionsgeschäften gibt es ein paar echt obskure Buden, einschließlich Wahrsager. Auch das Museum ist ganz interessant. Um 18:00 Uhr machen die Geschäfte zu, aber die Gastronomie der Stadt ist vielfältig und das Leben geht weiter.

Abend in Inverness