Der Weg nach Banff war Arbeit. Banff selbst ist eine hübsch anzuschauende Kleinstadt mit eingeschränkten Vergnügungsmöglichkeiten. Immerhin ist meine Unterkunft im 18. Jahrhundert mal für einen Admiral errichtet worden. Für 50 Pfund übernachte ich angenehm in der Gesindekammer unter dem Dach.
Am nächsten Tag ist das Wetter gut. Es ist nicht warm aber die Sonne scheint und der Wind ist tendenziell Rückenwind. Die Route führt direkt die Küste entlang. Es gibt immer wieder schöne Blicke aufs Meer. Die kleinen Orte an der Küste sind ruhig und auf den ersten Blick nicht zu sehr vom Tourismus geprägt. Die Route folgt ein ganzes Stück einer alten Eisenbahnstrecke. Ab Buckie geht es dann landeinwärts nach Elgin. Dort endet ein schöner Radeltag.

Am nächsten Morgen geht es in Elgin es erst mal bergan. Die erste Steigung ist immer unangenehm. Der Körper sagt: „Warum immer irgendwo rauf fahren? Im Bett war es doch schön!“ Der Geist antwortet: „Halt’s Maul. Das ist erst der Anfang.“ Der angekündigte kräftige Gegenwind ist zunächst einer lauer Seitenwind. Die Landschaft ist schön und in Forres komme ich an einer Destille vorbei. „Open“ steht daran. Ich halte nicht an, schließlich hatte ich vor dieser Etappe Respekt. Mit ca. 85 Km ist sie recht lang, die signifikanten Steigungen sind am Ende und Gegenwind mit Windstärke 5 ist angekündigt.
Ab Mittag schlägt der auch zu. Der Wind frischt auf und die Strecke wendet sich von der Küste weg auf eine Hügelkette zu. Die ist durchaus gut zu fahren. Irgendwann sieht das Wetter vor mir nicht mehr gut aus. Die Straßen sind klatschnass, ich habe von dem Schauer nichts abbekommen.

